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Chapeau de Gendarme (2.682 m) – auf den Hausberg von Barcelonnette

Schon von Barcelonnette ist der Chapeau de Gendarme nicht zu übersehen. Umso besser, dass er sich in einer schönen (langen) Trailrunning-Runde erkunden lässt.

Strecke

Start/Ziel Barcelonnette
Distanz 31,5 Kilometer
Auf-/Abstieg 1.800 Höhenmeter

Die Route im Überblick

Tourenbeschreibung

Schon von der Terrasse unserer Unterkunft ist der Chapeau de Gendarme nicht zu übersehen. Der Berg thront oberhalb von Barcelonnette und lädt geradezu ein, erklommen zu werden.

Auf der Seite des Tourismusverbands des Ubaye-Tals gibt es auch ein paar vorgeschlagene Trailrunningrunden. Zwei davon kombiniere ich zu einer Rundtour inklusive Gipfelbesteigung.

Schon vom Ubaye-Tal aus ist der Chapeau de Gendarme nicht zu übersehen.

Von Barcelonnette nach Uvernet-Fours

Los geht es vom Marktplatz in Barcelonnette. Hier findet mittwochs und freitags ein Markt statt, auf dem lokale Spezialitäten angeboten werden.

Zum gemütlichen Einlaufen verläuft der Weg erstmal entlang des Flusses Ubaye. Nach wenigen Kilometern erreiche ich so auf meiner linken Seite einen Golfplatz. Wenig später macht der Weg eine Kurve nach links und ich folge ihm weiter. Hier fließt der Fluss Bachelard in den Ubaye.

Langsam beginnt hier der Weg etwas anzusteigen und nach 5,5 Kilometern und rund 40 Höhenmetern erreiche ich Uvernet-Fours. Von hier geht es erst so richtig los.

Die ersten Kilometer verlaufen gemütlich auf den Berg zu.

Uvernet-Fours zum Chapeau de Gendarme

Wenige Meter nach der Kirche von Uvernet-Fours beginnt ein Wanderweg, dem ich nun steiler bergauf folge. Für den langen Anstieg habe ich diesmal auch meine Stöcke dabei.

Dieser Abschnitt verläuft parallel zum Tal, von dem ich mich aber höhenmäßig immer weiter entferne. Nach den ersten 200 Höhenmetern flacht der Weg etwas ab und es geht in ständigem Auf und Ab weiter, wobei die Bergaufpassagen überwiegen. Ich befinde mich hier in einem dichten Wald, nur gelegentlich gibt eine Lücke im Dickicht einen Blick ins Tal frei.

Zu Beginn verläuft der Weg oft im Wald.

Erst an den Ruinen eines Hauses (“Baume Longe”) ändert sich die Landschaft etwas. Nachdem ich hier links abgezweigt bin, wird der Wald spärlicher und ich setze meinen Lauf unterhalb einer steilen Felswand fort. (Wobei Lauf in diesem Fall nicht so ganz stimmt. Die meiste Zeit von Uvernet-Fours bin ich gehend unterwegs.)

Die Ruinen bei Baume Longe

Auf meiner rechten Seite türmen sich nun auf der anderen Talseite schneebedeckte Berge auf. Lange bleibt mir dieser Anblick allerdings nicht erhalten, denn schon wenig später erreiche ich einen Sattel, nachdem ich wieder tiefer in den Wald eintauche.

Kurz verlasse ich hier den Wald… …und genieße den Ausblick auf die schneebedeckten Berge.

Ich umrunde nun den Pain de Sucre, einen Gipfel, der markant aufragt und wandernd nicht erreichbar scheint. Hier geht es relativ flach dahin: Ein paar Höhenmeter geht es hinauf, und dann wieder hinab.

Weiter geht es wieder im Wald. Der Weg ist weitestgehend gut beschildert.

Spannender (und anstrengender) wird es, als ich nach einer Almwiese die Abzweigung zum Chapeau de Gendarme erreiche. Bis zum Gipfel liegen nun weitere 600 Höhenmeter vor mir, die ich zu Beginn in Serpentinen zurücklege. Der Wald wird Stück für Stück weniger, dafür tauchen immer mehr Blumen am Wegesrand auf.

Ab hier beginnt der Gipfelanstieg. Blumen säumen hier den Weg.

Je höher ich komme, desto alpiner wird der Weg auch. Eine Schotterrinne, die ich überqueren muss, zwingt mich zu hoher Konzentration und bedachten Schritten. Hier sollte man lieber nicht ausrutschen.

Dieser Abschnitt ist aber schnell überstanden und es folgen weitere, einfachere Serpentinen, die mich dem Gipfel näherbringen.

Das heißt aber nicht, dass keine Konzentration mehr gefragt ist. Kurze Zeit später stehe ich vor einem steilen, felsigen Gelände, wo ich auch meine Hände zur Hilfe nehmen muss. Gar nicht so ohne für eine Trailrunning-Tour.

Aber auch hier ist der Gipfel noch nicht erklommen. Vorher gilt es auch noch ein Schneefeld zu überwinden. Glücklicherweise ist dieses nicht besonders abschüssig, und mithilfe der Stöcke kann ich es einfach durchqueren.

Hier ist konzentration gefragt. Anfang Juni liegt hier noch Schnee.

Auch die letzten Meter vor dem Gipfel haben es noch einmal in sich. Schmal, steil und rutschig geht es über einen Schotterpfad hinauf. Alles mit Trailschuhen machbar, aber Wanderschuhe wären hier definitiv angenehmer gewesen.

Umso mehr freue ich mich, als ich endlich den Gipfel des Chapeau de Gendarme (2.682 m) erreiche. Genauer gesagt sind hier oben eigentlich drei Gipfel, wobei sich einer als Hauptgipfel bezeichnen darf. Hier treffe ich auch auf andere Wanderer, die von der anderen Seite aufgestiegen sind. Das beantwortet mir auch die Frage, ob mein Abstiegsweg auch begangen werden kann.

Der Gipfel des Chapeau de Gendarme

Blick hinab nach Barcelonnette und das Ubaye-Tal

Vom Chapeau de Gendarme zurück nach Barcelonnette

Nach einer verdienten Pause stehen nun für mich die letzten 13 Kilometer zurück zum Ausgangsort bevor. Glücklicherweise ist der Abstieg auf dieser Seite um einiges angenehmer.

So verlasse ich auch bald den alpinen Teil der Strecke und tauche in eine sanftere Almlandschaft ein. In der Ferne sehe ich auch schon Schilifte, was mir sagt, dass ich nicht mehr weit vom Schigebiet Super-Sauze entfernt bin.

Dort quere ich ein paar Liftanlagen, bis ich mich endlich wieder vom Schigebiet entferne. Leider sehen Schigebiete im Sommer nicht gerade schön aus, weshalb ich auch froh bin wieder auf einen schöneren Teil des Weges zurückzukommen.

Ab hier geht es für mich hauptsächlich auf einer Forststraße weiter, was das Bergablaufen schneller und einfacher macht.

Der Weg bergab ist etwas einfacher. Das erlaub es noch mehr das Panorama zu genießen.

Bald wird das Gelände wieder einfacher.

Ich erreiche einen Wegweiser, der mir den Weg nach Barcelonnette anders anzeigt, als von mir ursprünglich geplant. Da der Wegweiser relativ neu aussieht, gehe ich von einer neuen Wegführung aus und folge ihm. Jedoch führt das dazu, dass ich wenige Minuten später ohne Weg auf einer Wiese stehe.

Der neue Weg ist auf keiner meiner Karten am Handy eingezeichnet und auch meine Uhr kennt an diesem Ort keinen Weg. Also heißt es für mich etwas zu improvisieren und ich peile über die Wiese eine Richtung an, die mich zurück zu meiner ursprünglichen Planung führen soll. Glücklicherweise funktioniert das ganz gut und so stehe ich wenige Minuten später wieder auf einer Forststraße. Ich folge dieser auf der geplanten Route weiter, bis ich dann wieder Wegweiser sehe, die die Stelle markieren, an der ich hätte landen sollen.

Ich habe schon fast 30 Kilometer hinter mir, als ich noch einmal auf einen Pfad abbiege, der mich – vorbei an Schafen – zurück nach Barcelonnette führt. Ganz in der Nähe meines Ausgangsortes erreiche ich wieder die Zivilisation und so habe ich es nicht mehr weit zurück. Als ich den Ubaye überquere, halte ich noch einmal kurz an und blicke zurück auf den Chapeau de Gendarme.

Was für eine Tour!

Fazit

Top-Tour, die man direkt von Barcelonnette aus starten kann. Mit rund 32 Kilometern und 1.800 Höhenmetern ist sie aber nicht zu unterschätzen, vor allem auch, weil es am Weg keine Möglichkeiten zur Verpflegung gibt.

Der größte Teil der Route ist relativ einfach, jedoch ist der Aufstieg zum Gipfel nicht zu unterschätzen. Wer nicht trittsicher ist, sollte hier den Gipfel lieber auslassen. Auch ohne Gipfel ist es eine lohnenswerte Runde.

Tipps

  • Genügend Verpflegung einpacken: Die Tour ist lang und es gibt unterwegs keine Verpflegungsmöglichkeiten
  • Stöcke mitnehmen: Die langen Anstiege sind mit Stöcken angenehmer
  • Abkürzen möglich: Man kann auch mit dem Auto nach Super-Sauze fahren und spart sich einige Höhenmeter
  • Auf Schnee achten: Anfang Juni lag im Aufstieg noch Schnee
Erstellt mit Hugo
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