Strecke
Start/Ziel Castellar
Distanz 13,5 Kilometer
Auf-/Abstieg 975 Höhenmeter

Tourenbeschreibung
Castellar ist ein kleines Bergdorf an der Grenze zwischen Italien und Frankreich. Von hier blickt man hinab auf die französische Riviera und die Stadt Menton. An einem großen Parkplatz habe ich das Auto abgestellt, so erspare ich mir ein paar Höhenmeter von Menton hier herauf.
Der Lauf beginnt gemütlich. Erstmal geht es nur leicht steigend auf einer asphaltierten Straße dahin. Nichtsdestotrotz hat auch dieser Abschnitt schon seinen Reiz. Immer wieder blicke ich zurück auf Castellar, das hier majestetisch auf dem Bergrücken thront.

An einem kleinen Sportplatz wechselt mein Weg dann auf eine Schotterstraße. Weiterhin steigt es nur leicht an, was es mir ermöglicht, die Aussicht zu genießen. Unter mir sehe ich Menton mit seinem Hafen und der auffallenden, gelben Kirche.

Nach rund drei Kilometern ist es aber vorbei mit dem lockeren Laufen. Hier beginnt nun der richtige Anstieg. Mit über 20 % Steigung geht es nun Höhenmeter um Höhenmeter hinauf Richtung Grat. Dieser bildet auch die Grenze zwischen Italien und Frankreich.
Noch befinde ich mich auf französischer Seite, als ich auf ca. 740 Metern die Abzweigung zum Mont Carpano erreiche. Dieser befindet sich direkt auf der Grenze und ich biege hier erstmal ab, um dem Gipfel einen Besuch abzustatten.
Der Gipfel selbst ist nicht markiert, aber etwas weiter den Grat hinab bietet sich eine schöne Aussicht auf das Meer, Frankreich und Italien. Kurz genieße ich den Ausblick, dann geht es wieder denselben Weg zurück zur Abzweigung.

Von dort laufe ich nun weiter zum Plan de Lion, einer kleinen Hochebene, auf der ich Überreste von Lagerfeuern entdecke. Hier ist sicherlich ein schöner Platz, um abends den Sternenhimmel zu genießen.
Lange halte ich mich hier aber nicht auf, denn nun steht mir nochmal ein steiler Anstieg bevor. Diesmal sind es sogar bis zu 30 % Steigung, die vor mir liegen. Ich bin froh, dass es nicht allzu heiß ist, denn hier hinauf komme ich ganz schön ins Schwitzen.
Langsam flacht der Anstieg etwas ab und ich erreiche den Col du Berceau. Von hier aus habe ich die Möglichkeit, zwei Gipfel zu erklimmen.
Zuerst entscheide ich mich für den Cime de Restaud. Hier befindet sich auf 1.148 Metern auch ein Gipfelkreuz. Wiederum direkt an der Grenze kann ich sowohl Ventimiglia in Italien als auch Menton in Frankreich sehen. Allerdings ist der Blick etwas eingeschränkt, da immer wieder Wolken auf meiner Höhe vorbeiziehen.
Nachdem ich wieder bis zum Col du Berceau abgestiegen bin, geht es nun hinauf zum Roc de l’Orméa. Hier gibt es zwar kein Kreuz, aber bunte Flaggen und ein winziges Häuschen mit einem Gipfelbuch. Gern verewige ich mich hierin.


Nach einer kurzen Rast geht es wiederum hinab zum Col du Berceau. Diesmal biege ich aber links ab und laufe hinunter Richtung Norden.
Zuerst geht es relativ steil durch einen Wald hinab, bis ich eine Forststraße erreiche. Dieser könnte ich links hinab folgen, um schneller ans Ziel zu kommen, ich beschließe aber noch eine kleine Runde anzuhängen und halte mich hier erstmal rechts.
Ein paar wenige Höhenmeter geht es nun wieder bergauf, aber schon wenig später zeigt mir ein Wegweiser die Richtung auf einen leicht fallenden Pfad. Hier verläuft meine Route durch ein Weidegebiet. Ich laufe an einer Ruine vorbei bevor ich einen Hang quere, um direkt auf ein kleines Haus mit Kapelle zuzulaufen.
Dort angelangt, geht es für mich nun auf einer Schotterstraße weiter bergab. In der Ferne sehe ich eine größere Schafherde, die mit lautem Blöken auf sich aufmerksam macht. Wenig später passiere ich einen kleinen Bauernhof.

Ich komme wieder näher an Castellar. Die Straße ist weiterhin steil, aber mittlerweile immer wieder stückweise asphaltiert. Außerdem laufe ich nun auch immer wieder an Häusern vorbei. So nähere ich mich langsam wieder der Zivilisation an, bis ich wieder den Parkplatz in Castellar erreiche.
Fazit
Wunderschöne, aussichtsreiche Tour im Grenzgebiet von Italien und Frankreich. Trotzdem habe ich nur wenige Menschen auf der Runde getroffen.
Ich war Mitte Mai unterwegs, hier war die Temperatur angenehm. Ich kann mir aber vorstellen, dass es im Sommer etwas zu heiß dafür wird. Vor allem im Aufstieg gab es nur wenig Schatten.
Die Anstiege sind zwar richtig steil, dafür wird man aber ständig mit tollen Ausblicken belohnt.
Links
Route als GPX: frankreich-castellar-route.gpx
Route auf Alpenverein-Aktiv: https://www.alpenvereinaktiv.com/s/IhJEOr
