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Gesäuse-Runde: Johnsbach, Leobner und Mödlinger Hütte

Lange, recht einsame Tour von Johnsbach auf den Leobner und zurück über die Mödlinger Hütte

Video

Strecke

Start Johnsbach Donnerwirt
Ziel Johnsbach Donnerwirt
Distanz 26,6 Kilometer
Aufstieg 2.000 Höhenmeter
Abstieg 2.000 Höhenmeter

Die Route von Johnsbach auf den Leobner und zurück über die Mödlinger Hütte.

Tourenbeschreibung

Die Sonne ist noch nicht zu sehen, als ich mich vom Parkplatz beim Donnerwirt in Johnsbach aufmache. Zum Einlaufen geht es kurz entlang der Straße, aber schon bald zweige ich auf den Johnsbacher Schattseitenweg ab.

Meine Runde beginnt gemütlich. Der erste Teil der Strecke führt mich tief hinein ins Johnsbachtal. Ich nähere mich langsam dem Kölblwirt und beobachte, wie die Sonne die Bergspitzen in ein morgendliches Rot taucht.

Wunderschöne Morgenstimmung am Beginn der Tour.

Vorbei an all den Autos, die wohl Hesshütten-Besuchern gehören, setze ich meinen Weg auf der Straße fort. Auch wenn hier viel los ist, erwarte ich mir eine eher einsame Runde – viele Leute bleiben eben den Klassikern treu.

Dieser Teil der Strecke ist sicherlich nicht der spannendste – als Trailläufer bevorzugt man ja dann doch eher den asphaltlosen Untergrund. Doch je tiefer ich ins Tal eindringe, desto wilder wird die Landschaft. Bald habe ich auch die letzten Parkplätze hinter mir gelassen. Der Weg wird steiler und die Straße ist einem Forstweg gewichen.

So lege ich rund 8,5 Kilometer und 550 Höhenmeter bis zur Grössingeralm zurück. Hier verlasse ich auch das einfach zu laufende Gelände.

Etwas unscheinbar – es gibt keinen Wegweiser – zweigt meine Route rechts hinauf auf eine Kuhweide ab. Hätte ich die Koordinaten nicht auf meiner Uhr gehabt, wäre ich wohl auf dem Forstweg geblieben.

So arbeite ich mich nun Stück für Stück bergauf. Einige ausgeblichene Wegmarkierungen geben mir Sicherheit, die richtige Richtung erwischt zu haben.

Ich passiere ein paar fressende Kühe, die mir einen kurzen Blick zuwerfen, bevor sie sich weiter ihrer Nahrungsaufnahme widmen.

Der Weg ist nicht immer ganz eindeutig zu finden, aber ich weiß: Ich muss einfach weiter nach oben. So erreiche wenig später das Leobner Törl (1.732 m).

Der Weg hinauf zum Leobnertörl ist nicht immer gut ersichtlich. Der Ausblick jedoch ist traumhaft.

Vor mir tut sich nun eine spektakuläre Landschaft auf. Rechts von mir türmen sich Felsen auf, während sich links unter mir ein kleiner Tümpel befindet. Ich habe nun auch den Schatten verlassen und die Sonne leuchtet mir ins Gesicht.

Vor mir kann ich schon den Gipfel des Leobner ausmachen und so steuere ich direkt auf mein nächstes Ziel hin.

Am Leobner (2.036 m) angekommen, genieße ich ein bisschen den grandiosen 360°-Blick. Von den Gesäusegipfeln bis zu den Niederen Tauern befinde ich mich eingebettet in die Berglandschaft. Zu lange darf ich mir aber auch nicht Zeit lassen, denn noch steht ein gutes Stück des Weges vor mir.

Blick zurück zum Leobnertörl Am Leobner (2.036 m) angekommen

Fürs Erste geht es jetzt einmal bergab. Der Weg ist schmal und ganz schön steil, deshalb ist es hier auch wichtig, die Konzentration hochzuhalten.

Vom Haberltörl geht es aber auch gleich wieder bergauf zum Sonnleitenkogel. Der Weg wird etwas flacher und führt durch Latschen, Wiese und Heidekraut auf dem Bergrücken dahin. Hier verläuft sicherlich eines der schönsten Stücke dieser Runde.

Bald ist es mit dem Genießen auch schon wieder vorbei, denn die nächsten steilen Höhenmeter hinauf zum Blaseneck (1.969 m) wollen erklommen werden. Oben angekommen werde ich von einem Fliegenschwarm empfangen, weshalb ich eine weitere Pause erstmal auf später verschiebe und schleunigst den Weg hinab antrete.

Einfach zum genießen. Blick auf den bisherigen Weg.

Die Anzeige meiner Uhr, dass ich nur mehr etwa 300 Höhenmeter vor mir habe, ist etwas trügerisch, wie sich zeigt. Die Anstiege sind zwar nicht lang, aber viele und auch durchaus steil.

Mittlerweile macht mir auch die Temperatur etwas zu schaffen. Ich bin zwar ausreichend mit Wasser, Iso-Getränken, Gels und Müsliriegeln ausgestattet, trotzdem wünsche ich mir langsam den Blick auf die Mödlinger Hütte herbei. Die Stundenangaben auf den Wegweisern sind auch nicht unbedingt motivierend. Auch wenn ich weiß, dass ich schneller unterwegs bin als Wanderer, sehe ich dennoch, dass ich etwas länger unterwegs sein werde, als ursprünglich geplant.

Nach Anhartskogel und Spielkogel ist es aber dann doch soweit und ich erreiche die ersehnte Hütte. Den restlichen Weg folge ich dem Wanderweg zurück nach Johnsbach. Trotz des schönen Wetters treffe ich auch hier nur auf wenige Wanderer.

Mit dem Blick auf den Admonter Reichenstein… …ist auch die Mödlinger Hütte nicht mehr ganz weit.

Mit den müden Beinen zieht sich der Weg zurück zum Donnerwirt nun doch noch etwas. Umso mehr freue ich mich, als ich nach fast 5 Stunden wieder meinen Ausgangsort erreiche.

Fazit

Definitiv einer der schönsten Runden, die ich bisher gemacht habe. Insbesondere die Strecke vom Leobner bis zur Mödlinger Hütte ist traumhaft. Aber: Die Runde ist auch anspruchsvoll. Weniger von der Technik her, aber die ständigen kurzen, steilen Anstiege sind nicht zu unterschätzen – speziell dann, wenn man schon über 1.500 Höhenmeter in den Beinen hat.

Wer sich ein paar Höhenmeter sparen will, der kann schon kurz vor dem Anhartskogel wieder hinunter nach Johnsbach laufen. Die schönsten Abschnitte der Runde hat man da bereits hinter sich.

Verpflegung

Ich hatte wieder meine übliche Ausstattung für Touren dieser Art bei mir: 2x 0,5 Liter Softflask mit Energiegetränk + 2 Liter Wasser in der Trinkblase und diverse Müsliriegel, und Gels als feste Nahrung.

Am Ende der Runde hatte ich so ziemlich alles an Trinken aufgebraucht. Quellen habe ich unterwegs keine gesehen. Wer will, kann natürlich bei der Mödlinger Hütte einkehren, da sie sich aber erst am Schluss der Tour befindet, eignet sie sich nicht als “Zwischenstopp”.

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