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Strecke
Start Hermigua
Ziel Hermigua
Distanz 15 Kilometer
Aufstieg 725 Höhenmeter
Abstieg 725 Höhenmeter

Tourenbeschreibung
Ein Sturmtief lag über La Gomera. Die ganze Nacht hatten wir die Böen über unsere Finca in Hermigua pfeifen hören. Auch am Morgen machte mir Regen nicht sehr viel Hoffnung auf einen ausgiebigen Ausflug auf die Trails von La Gomera. Also beschloss ich erstmal abzuwarten.
Und mein Warten wurde belohnt. Am frühen Nachmittag riss die Wolkendecke auf und die Sonne lud endlich ein nach draußen zu gehen.
Schnell packe ich meinen Rucksack und ziehe zur Sicherheit auch noch eine Regenjacke an. Aufgrund des instabilen Wetters habe ich beschlossen, hauptsächlich auf festem Untergrund zu bleiben und über die Straße zum Playa de la Caleta zu laufen.
Dennoch geht es erstmal über Stufen und einen kleinen Pfad von unserer Unterkunft hinunter in das Dorf Hermigua. Bereits nach wenigen Minuten wird mir klar, dass ich die Regenjacke erstmal wegpacken kann. Auch wenn mir immer noch gelegentlich Böen ins Gesicht pfeifen, schafft es die Sonne, für eine angenehme Temperatur zu sorgen – auch ohne Jacke.
In Hermigua angekommen laufe ich kurz auf die Kirche zu und biege kurz davor rechts ab. Eine schmale Gasse führt mich zur Hauptstraße, die ich überquere, um auf der anderen Seite in einen Anstieg zu starten.
Die kleine Straße führt gleich mal steil hinauf zu einer kleinen Siedlung. Ich laufe zwischen hübschen Häusern hindurch und blicke hinunter zur Kirche.

Der Weg flacht wieder ab und umrundet ein kleines Seitental. Als ich wieder ein paar Häuser erreiche, entdecke ich eine Abzweigung. Ein Wegweiser zeigt, dass hier ein kleiner Pfad Richtung La Caleta Strand abbiegt. Da die Sonne den Boden mittlerweile erstaunlich schnell getrocknet hat, beschließe ich, den festen Untergrund hinter mir zu lassen und meinen Lauf “off-road” fortzusetzen.
Über losen Untergrund gewinne ich schnell an Höhe und arbeite mich so einen kleinen Bergrücken hoch. Von hier bekomme ich auch bald das erste Mal den Strand von Hermigua in den Blick.

Weiter geht es auf dem Trail, der auch etwas Konzentration fordert. Auch wenn der Weg meistens breit genug ist, gibt es einige Stellen, an denen es zumindest auf einer Seite steil bergab geht. An der schwierigsten Stelle nehme ich zur Sicherheit auch meine Hände zu Hilfe, um mich bei der Überquerung einer rutschigen Passage zu stabilisieren.
Wenig später sehe ich dann aber etwas unter mir schon eine breite Schotterstraße, die wieder deutlich leichter zu laufen ist. Das erlaubt es mir auch wieder während des Laufens meinen Blick schweifen zu lassen. Rechts unter mir sehe ich bereits mein Ziel: den Strand von La Caleta. Die Straße verläuft ohne große Steigungen entlang des Bergs und führt mich zu einem Parkplatz.
Hier befindet sich auch der höchste Punkt zwischen Hermigua und dem Playa de La Caleta. Für mich geht es erstmal rechts hinab zum Strand. Später werde ich an dieser Stelle links absteigen.
Die ersten Meter hinunter verlaufen wieder auf einem Wanderweg, der aber bald auf eine asphaltierte Straße trifft. Über diese geht es dann für mich in Serpentinen immer näher dem Wasser entgegen.

Je näher ich dem Strand komme, desto lauter höre ich auch schon die tosenden Wellen, die hier aufs Land treffen. Der böige Wind trägt seines dazu bei, hier nicht unbedingt von Badebedingungen sprechen zu können.
Bald stehe ich alleine am Strand und genieße die Meeresluft, die mir ins Gesicht bläst.


Nachdem ich die Einsamkeit hier unten noch ein bisschen genossen habe, geht es für mich wieder denselben Weg zurück hinauf.
Ich genieße es hier mal etwas meinen Puls nach oben zu bekommen und versuche ein hohes Tempo bis zum Parkplatz zu halten. Oben angekommen schnaufe ich etwas durch und blicke hinunter zum Strand von Hermigua – meinem nächsten Ziel.

Für diesen Abschnitt geht es für mich wieder auf einem Trail weiter. Ein gut angelegter – aber steiler – Weg führt in Serpentinen den steilen Hang hinab. Kurve für Kurve nähere ich mich so erneut dem Meer.
Bevor ich unten ankomme, laufe ich noch an ein paar Häusern vorbei, an denen mich ein kläffender Hund lautstark begrüßt.
Kaum habe ich am Ende des Abhangs wieder die Straße erreicht, spüre ich einige Regentropfen, die mich an das wechselhafte Wetter erinnern. Die Sonne hat wohl genug für heute und ist wieder hinter ein paar Wolken verschwunden.
Dennoch beschließe ich noch einem kleinen Aussichtspunkt einen Besuch abzustatten. Das macht den Weg zur Unterkunft zwar etwas länger, verläuft aber ausschließlich auf der Straße. So laufe ich wieder in Richtung Kirche von Hermigua, biege aber, bevor ich sie erreiche, rechts ab.
Die Straße führt mich nun wieder einige Höhenmeter hinauf. Zwischen Häusern hindurch gewinne ich so wieder an Höhe und kann am Gegenhang meine bisherige Route nachvollziehen.
Bald erreiche ich auch den Aussichtspunkt. Hier warte ich noch kurz ein paar Regentropfen ab, bis ich mich auf die letzten Meter mache.

Kurz bevor ich die Unterkunft erreiche, kommt auch die Sonne noch einmal raus und zaubert ein atemberaubendes Licht auf das Tal.

Fazit
Auch wenn nur ein kleiner Teil der Runde auf Trails verlief, ist sie zu empfehlen. Auf den Straßen hatte ich genügend Zeit, den Blick schweifen zu lassen und die beeindruckende Landschaft zu genießen.
Aber dennoch hatten es auch die Trail-Abschnitte in sich. Vor allem die erste Sektion auf dem Wanderweg war wunderschön und gar nicht so einfach.
Highlight war für mich der Playa de la Caleta. Hier alleine die Wellen zu hören und die salzige Luft zu riechen hat sich auf jeden Fall gelohnt.
