Die Strecke
Start Wies
Ziel Ehrenhausen
Distanz 42,2 Kilometer
Aufstieg 950 Höhenmeter
Abstieg 1020 Höhenmeter
Untergrund Asphalt (wenige Meter Schotter)
Das Rennen
Vor dem Start
Einige Minuten nach 8 Uhr in der Früh steige ich in Wies aus dem Zug. Es sind nur wenige Meter vom Bahnhof zum Marktplatz des Ortes. Direkt neben der Kirche ist bereits der Start des Rennens aufgebaut und am Platz stehen schon Bänke und Tische für die Zuschauer bereit.
Noch sind wenige Läufer hier und so komme ich schnell an meine Startnummer. Für diejenigen, die nicht mit dem Zug anreisen, stehen Shuttlebusse vom Ziel in Ehrenhausen zur Verfügung, die sie hierher zum Start bringen.
Bis zum Start genieße ich noch die warme Frühlingsonne, bevor ich in ein kleines Aufwärmprogramm starte. Großes Gedränge gibt es am Start keines, der Moderator spricht von rund 200 Läufern, die sich auf die volle Marathondistanz wagen.
Kilometer 1-14: Von Wies nach St. Johann

Um 10 Uhr hat das Warten ein Ende und wir werden endlich auf die Strecke geschickt. Ich habe mir vorgenommen, nicht auf meinen Puls zu achten, sondern nach Gefühl zu laufen. Dennoch lasse ich mich von der Motivation meiner Mitläufer nicht anstecken und gehe gemütlich in die ersten Meter des Rennens.
Vor allem auf den Anstiegen habe ich geplant, mir Zeit zu lassen und lieber bergab etwas mehr Gas zu geben. Das führt dazu, dass ich gerade zu Beginn in den Anstiegen oft überholt werde, die Abstände in den Bergabpassagen jedoch schnell wieder kleiner werden. Langsam pendelt sich das Rennen ein und ich sehe immer wieder dieselben Läufer, die in etwa dasselbe Tempo wie ich laufen.
Ich habe mir das Rennen in 3 Teile zu je 14 Kilometern aufgeteilt. Der erste Teil von Wies nach St. Johann im Saggautal beginnt auch schon mit Auf und Ab, jedoch besonders im zweiten Teil erwarten mich die meisten Höhenmeter.
Nachdem ich langsam meinen Rhythmus gefunden habe, kann ich auch immer mehr die traumhafte Umgebung genießen. Die Strecke verläuft oben entlang einer Höhenstraße und erlaubt ständig großartige Ausblicke. Noch läuft es sich leicht und ich versuche es so gut wie möglich zu genießen.
Immer wieder laufen wir durch kleine Ortschaften, in denen wir von den Bewohnern angefeuert werden. Außerdem gibt es regelmäßig Labestationen mit Wasser und Isogetränken, laut Veranstalter soll es 20 davon entlang der Strecke geben.
Kurz vor Ende des ersten Abschnitts laufen wir wieder hinab ins Tal. Entlang der Bundesstraße geht es in Richtung St. Johann im Saggautal. Auch wenn ich mich auf der breiten Straße etwas einsam fühle, ist es eine willkommene Abwechslung und die Möglichkeit, mal durchzuschnaufen: Denn ich weiß, nach St. Johann beginnt der längste Anstieg.
Kilometer 14-28: Von St. Johann zum Lubekogel

Nach der Labestation in St. Johann beginnt nun die Straße wieder zu steigen. Nun geht es vom Tal wieder hinauf in die Weinberge.
Stetig geht es bergauf. Ganz angenehm ist aber, dass es zuerst einmal in Serpentinen durch einen Wald hinauf geht.
Ich habe mein Tempo gefunden und so erklimme ich nach und nach Höhenmeter um Höhenmeter. Ab Kilometer 19 geht der Anstieg in ein welliges bergauf und bergab über.
So geht es dahin, bis wir am Karnerberg, kurz vor Kilometer 25, auch die Strecke des Halbmarathons erreichen. Dieser startete nämlich in Leutschach, zwei Stunden nach dem Marathonstart. Wenig verwunderlich ist deshalb auch, dass ich kurz darauf vom Führungsduo des Halbmarathons überholt werde. Die beiden sehen noch etwas frischer aus, als ich mich fühle.
Kilometer 28-42: Vom Lubekogel nach Ehrenhausen

Das letzte Drittel startet mit einem kurzen, steilen Anstieg zum Lubekogel. Kurz davor habe ich bei einer Labestation noch einmal ordentlich verpflegt und mein Wasser aufgefüllt.
Hier sehe ich das erste Mal, dass ich mir das Rennen gut eingeteilt habe. Während andere den Aufstieg hinauf gehen, kann ich noch relativ gut meinen Laufschritt beibehalten, auch wenn es sich nicht mehr ganz so einfach läuft.
Ich weiß aber, dass mit dem Sulztal noch ein anstrengender Abschnitt vor mir liegt. Ab Kilometer 32 geht es hier steil über 100 Höhenmeter hinab, nur um auf der anderen Seite dieselben wieder hochzulaufen. Spätestens jetzt sehne ich mir das Ziel herbei.
Mittlerweile haben sich auch mehr Halbmarathonläufer zu mir gesellt. Somit fühle ich mich in guter Gesellschaft, als ich mich den Berg hinauf quäle. Auch die Temperatur tut nun das ihrige, um die letzten Kilometer noch einmal herausfordernder zu machen. Über 20 °C werden es wohl nun sein.
Auch nach dem Sulztal geht es immer noch bergauf. Mein Blick ist auf meine Uhr gerichtet. Ab Kilometer 37 sollte ich dann endlich alle Höhenmeter hinter mich gebracht haben.
Als es dann bergab geht, bin ich erleichtert. Die Beine schmerzen zwar, aber das Tempo ist nun wieder höher und die Kilometer ins Ziel werden schneller weniger.
Auf der breiten Bundesstraße ist noch einmal Konzentration gefragt, um den kürzesten Weg zu finden. Kleine Gegenanstiege – nur ein paar wenige Höhenmeter – verlangen mir das Letzte ab.
Endlich taucht Ehrenhausen vor mir auf. Die letzten Meter ins Ziel werde ich noch einmal fleißig von den Zuschauern angefeuert.
Geschafft! Glücklich und müde laufe ich durchs Ziel. Was für ein tolles Rennen!
Fazit
Mit Sicherheit eines der schönsten Rennen, an denen ich je teilgenommen habe. Die Landschaft ist einfach traumhaft und abwechslungsreich, so hat jeder Kilometer neue Perspektiven zu bieten.
Der Lauf war bestens organisiert. Entlang der gesamten Strecke waren 20 Labestellen (laut Organisator – ich hab nicht mitgezählt) aufgebaut. Bei jeder wurden wir von den freiwilligen Helfern angefeuert und mit Wasser und Iso verpflegt. Hier waren von Jung bis Alt alle mit Herzblut dabei.
Auch wenn es nur knapp 1000 Höhenmeter sind (auf der Webseite ist von 1440 die Rede), ist das schon ganz schön viel. Die Energie will also gut eingeteilt sein. Da ich sonst auch viel auf Trails unterwegs bin, konnte ich das vielleicht etwas besser einschätzen als manche andere, die am Ende alle Anstiege gehen mussten
Nächstes Jahr (2027) geht es dann in die andere Richtung: von Ehrenhausen nach Wies. Wenn alles passt, bin ich dann auch gerne wieder dabei.
Verpflegung
Laut Veranstalter gibt es 20 Labestationen. Bei jeder gibt es Wasser und Iso-Getränke, außerdem auch Obst zur Stärkung.
Ich hatte eine Trinkflasche (300 ml) mit Wasser dabei, die ich zwischendurch zusätzlich aufgefüllt habe. Dadurch konnte ich bei den hohen Temperaturen auch mal zwischen den Verpflegungsstationen etwas trinken.
Als Verpflegung habe ich zusätzlich zu Wasser und Iso alle 30 Minuten ein Gel eingeplant. Das hat für mich gut funktioniert.
Tipps
- Mit dem Zug anreisen: Sowohl Wies (Wies Markt) als auch Ehrenhausen haben einen Bahnhof unweit vom Start/Ziel.
- Nicht zu schnell loslaufen: Ich weiß, das gilt immer. Aber: ich habe viele Läufer am Schluss überholt, die dann nur mehr bergauf gegangen sind. Besser langsamer beginnen und durchlaufen.
- Trinkflasche mitnehmen: Ich fand es gut eine kleine Trinkflasche (Softflask 300 ml) dabeizuhaben. Da es warm war konnte ich so auch zwischendurch trinken und auch die Gels unabhängig von den Verpflegungstationen einnehmen.
- Die Landschaft genießen: Die Umgebung ist wunderschön. Deshalb sollte man nicht vergessen sie zu bestaunen.
Links
- Veranstalter: welschlauf.at
- Fotos von Foto Viertbauer
